Auf einen Espres­so mit Leo­nie Beck, gera­de zurück­ge­tre­te­ne 3‑fache Welt- und Euro­pa­meis­te­rin im Frei­was­ser­schwim­men vom SV Würz­burg 05, heu­te Influen­ce­rin, Mode­ra­to­rin und Content-Creatorin.

Baris­ta: Abschied von einer Welt­kar­rie­re im Schwimm­sport: Wie schwer fiel dir die Entscheidung?

Leo­nie Beck: Ich wuss­te schon vor den Olym­pi­schen Spie­len 2024 in Paris, dass ich danach auf jeden Fall eine Pau­se machen möch­te. Gleich­zei­tig habe ich mir immer offen­ge­hal­ten, ob ich noch ein­mal zurück­kom­me. Nach die­sen zwei Jah­ren habe ich aber gemerkt, dass es mir mit mei­nem neu­en Weg sehr gut geht und mir die Arbeit in den Medi­en unglaub­lich viel Spaß macht. Nach so vie­len Jah­ren im Leis­tungs­sport kann ich sehr zufrie­den auf mei­ne Kar­rie­re zurück­bli­cken und freue mich jetzt auf alles, was kommt. Denn irgend­wann beginnt für jeden Sport­ler eine Kar­rie­re nach der Kar­rie­re – und auch die muss man sich erst ein­mal aufbauen.

Was waren die wich­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen, dass du dei­nen Weg als Pro­fi­sport­le­rin gehen konntest?

Für mich waren dabei meh­re­re Din­ge ent­schei­dend. An ers­ter Stel­le mei­ne Fami­lie. Ohne ihre Unter­stüt­zung – zeit­lich, emo­tio­nal und gera­de in jun­gen Jah­ren auch finan­zi­ell – wäre vie­les nicht mög­lich gewe­sen. Dann das sport­li­che Umfeld: Trai­ner, Ver­ein, Trai­nings­grup­pe, Phy­sio­the­ra­peu­ten und vie­le wei­te­re Men­schen im Hin­ter­grund haben einen gro­ßen Anteil an mei­nen Erfol­gen. Auf einem Medail­len­fo­to sieht man am Ende nur eine Per­son, aber dahin­ter steht immer ein gan­zes Team. Genau­so wich­tig waren mei­ne För­de­rer und Part­ner. Dazu gehö­ren unter ande­rem die Deut­sche Sport­hil­fe, die Baye­ri­sche Sport­stif­tung sowie loka­le Part­ner und Spon­so­ren. Sie haben wesent­lich dazu bei­getra­gen, dass ich mei­nen Weg im Leis­tungs­sport über so vie­le Jah­re gehen konn­te. Dafür bin ich allen, die mich unter­stützt haben, sehr dank­bar. Und natür­lich braucht es auch die per­sön­li­che Ein­stel­lung: Ehr­geiz, Dis­zi­plin, Durch­hal­te­ver­mö­gen und Resi­li­enz sind im Hoch­leis­tungs­sport enorm wich­tig – genau­so wie zu ler­nen, mit Rück­schlä­gen und Erfol­gen umzugehen.

Du hast auf dei­nem dua­len Kar­rie­re­weg in Würz­burg einen Mas­ter in Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on gemacht. Ist das der Link für dich, jetzt auch beruf­lich wei­ter dem Sport ver­bun­den zu bleiben?

Mir war immer wich­tig, neben dem Sport auch eine Aus­bil­dung und ein Stu­di­um zu machen. Denn ein Leben nach dem Leis­tungs­sport gibt es immer – egal, ob das Kar­rie­re­en­de geplant kommt oder bei­spiels­wei­se durch eine Ver­let­zung. Seit den Olym­pi­schen Spie­len 2024 habe ich bereits sehr viel im Medi­en­be­reich gear­bei­tet und häu­fig vor der Kame­ra gestan­den. Die­sen Weg möch­te ich jetzt kon­se­quent wei­ter­ge­hen. Zusätz­lich mache ich eine Mode­ra­to­ren­aus­bil­dung, um das Hand­werk noch bes­ser zu ler­nen. Neben TV und Medi­en inter­es­sie­ren mich beson­ders Event-Mode­ra­tio­nen und natür­lich wei­ter­hin mei­ne Arbeit als Con­tent Crea­to­rin. Ich freue mich sehr dar­auf, mir in die­sem Bereich etwas Neu­es aufzubauen.

Du hast gesagt, dass du dei­nem Sport als Nach­wuchs­trai­ne­rin in dei­nem Hei­mat­ver­ein, dem SV Würz­burg 05, erhal­ten bleibst. Was moti­viert dich als Welt­klas­se-Ath­le­tin künf­tig bei den Jüngs­ten am Becken­rand zu stehen?

Aktu­ell habe ich tat­säch­lich kei­ne eige­ne Trai­nings­grup­pe, weil ich momen­tan sehr viel unter­wegs bin und eine Grup­pe nicht so kon­ti­nu­ier­lich betreu­en könn­te, wie ich es ger­ne wür­de. Ich kann mir aber sehr gut vor­stel­len, in Zukunft mein Wis­sen und mei­ne Erfah­run­gen wei­ter­zu­ge­ben – zum Bei­spiel in Ein­zel­trai­nings oder irgend­wann auch mit einer Nach­wuchs­grup­pe. Mir wür­de es Spaß machen, jun­gen Schwim­me­rin­nen und Schwim­mern etwas von dem mit­zu­ge­ben, was ich selbst über all die Jah­re gelernt habe. Auch eige­ne Trai­nings­camps, zum Bei­spiel für Schwim­mer, Frei­was­ser­schwim­mer oder Tri­ath­le­ten, kann ich mir für die Zukunft sehr gut vor­stel­len – viel­leicht auch ver­bun­den mit Trai­nings­rei­sen oder Urlaubscamps.