„Zukunft braucht Eis!“
Barista: Alle reden von der Klimaerwärmung. Da sagt der Bayerische Eissportverband „Zukunft braucht Eis!“. Wie ist das denn gemeint?
Toni Weitl: Genauso. Wir haben im BEV am letzten Wochenende in der Polariom Eishalle in Germering den Startschuss zu unserem großen Eissportinfrastrukturprojekt gegeben. Uns geht es darum, die Voraussetzungen für den Eissport in Bayern nachhaltig – durch Sanierung, Modernisierung und gezielte Neubauten von Eishallen — zu sichern und weiter zu entwickeln. Die Resonanz war groß: Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Kommunen, Politik, Verwaltung und dem Eissport waren unserer Einladung gefolgt.
Aber steht es denn um den Eissport bei uns so schlecht?
Viele der rund 90 Eissportstätten im Freistaat sind stark in die Jahre gekommen: Veraltete Technik, hohe Energiepreise und ein wachsender Sanierungsstau belasten Breitensport, Schulsport, Nachwuchsarbeit und Spitzenleistungen. Mit „Zukunft braucht Eis!“ wollen wir diesen Prozess aktiv gestalten – praxisnah, lösungsorientiert und mit all der Expertise, die der BEV und seine Partner aus Vereinen, Sportpraxis und Technik mitbringen.
Und was bietet ihr dazu genau an?
Ziel der Initiative ist es, Akteure vor Ort dabei zu unterstützen, maßgeschneiderte, praxisorientierte und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für jede einzelne Eishalle in Bayern zu entwickeln – unter Einbeziehung der Förderkulissen von Bund und Land. Und jede Halle ist anders. Es gibt deswegen keine Lösungen von der Stange, sondern immer „das Richtige, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort“. Dazu braucht es jetzt ein Förderprogramm für technische Modernisierung, Sanierung und Neubau von Eishallen – planbar, unbürokratisch und verlässlich. Und vor allem einen gemeinsamen Willen durch alle Instanzen. Zukunft im Eissport ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe.
Was nimmst du von der Auftaktveranstaltung mit?
Unser Projekt, unser Vorgehen und unser Dialogangebot ist bei der Veranstaltung und im Nachgang auf ein sehr großes Interesse gestoßen.
Wir treffen mit unserer ganzheitlichen Herangehensweise ganz offensichtlich den Nerv von Vereinen, Hallenbetreibern und Kommunen. Für mich persönlich gab es einen sehr bewegenden Moment: Sechs Eissportkinder aus Germering waren gegen Ende der Veranstaltung in voller Montur auf die Bühne gekommen mit einer großen Zukunft-braucht-Eis-Tafel. Ein kleiner Eishackler hatte dann allen Mut zusammengenommen und mir und meinem Vorstandskollegen Alfred Doenicke zugerufen: „Kümmert euch darum – für uns … für unseren Eissport.“ Das Versprechen wollen wir ihnen gerne geben: Wir tun das gemeinsam – mit euren Vereinen, euren Kommunen, unseren Partnern und mit ganz Bayern.
