Barista: Es ist Eishockey-Zeit. Jetzt las ich, dass der BEV zum Jahresbeginn 45 neue Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ausgebildet und lizensiert hat. Du warst mit dabei. Was müssen die Neuen können im „Team Stripes“?
Alfred Doenicke: Bei uns im Eishockey mit jährlich über 8.000 Ligaspielen über alle Alters- und Leistungsklassen hinweg ist eine solide Schiedsrichterbasis entscheidend für Fairness, Sicherheit und Kontinuität im Spielbetrieb. Unser Neulingslehrgang Anfang Januar im Eisstadion Landshut sowie anschließend in Oberteisbach verzahnte Praxis, Regelwissen und organisatorischen Grundlagen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Schulung „on ice“, bei der in sechs Stationen spielnahe Situationen trainiert wurden. Alle relevanten Inhalte wie Abseits, Icing, Stellungsspiel, Zeichensprache, Einwürfe sowie das korrekte Verhalten bei Strafen wurden praxisorientiert vermittelt – mit direktem Bezug zu den Anforderungen des laufenden Spielbetriebs. Hinzu kamen Vorträge zur Regelkunde, zu den Durchführungsbestimmungen, zum digitalen Spielbericht sowie zu Ernährung, Anti-Doping und zum Präventions- und Schutzkonzept des BEV.
Man hört heute immer wieder, wie schwer es in vielen Sportarten geworden ist, Schiedsrichter zu gewinnen. Wie gelingt Euch das im Eishockey?
Ohne Schiedsrichter kein Eishockeyspiel – das weiß jeder, der schon mal gespielt oder zugeschaut hat. Im schnellsten Sport der Welt als Schiedsrichter mitten drin dabeizusein, ist kein Zuckerschlecken, aber es bringt jede Menge Spaß. Und genau den zu vermitteln, hat sich unsere Kampagne „Das dritte Team“ auf die Fahnen geschrieben. Darin kommt schon zum Ausdruck, dass Eishockey-Schiedsrichter keine Einzelkämpfer sind, sondern als Team aufs Eis gehen und als Team für die Qualität des Spiels stehen. Dazu müssen sie selbst sehr gut Schlittschuh laufen können, handlungsschnell sein, eine gesunde Portion Ehrgeiz im Wesen haben und ein „dickes Fell“, um selbst in brenzligen Situationen noch cool zu bleiben. Das ist schon ein besonders reizvolles Profil in unserem Sport. „Das dritte Team“ mit aktuell 320 BEV-Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern lässt diesen Funken überspringen.
Also könnt ihr Euch im BEV in dieser Frage entspannt zurücklehnen?
Überhaupt nicht. Nur mit einem großen Pool gut ausgebildeter Unparteiischer kann der BEV auch in Zukunft einen reibungslosen, fairen und sicheren Spielbetrieb gewährleisten. Wir appellieren daher ausdrücklich an Vereine, Funktionäre, Spielerinnen und Spieler sowie Eltern, aktiv bei der Gewinnung neuer Schiedsrichter zu unterstützen und geeignete Interessierte auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Angesprochen sind alle, die Interesse am Eissport haben, Verantwortung übernehmen und sich aktiv in den Spielbetrieb einbringen wollen. Das ist übrigens eine tolle Perspektive für die, die eine neue sportliche Perspektive neben oder nach der aktiven Karriere suchen.
